HIV & AIDS

HIV und AIDS

HIV ist ein Virus. Es schwächt das Immunsystem, mit dem der Körper Krankheiten abwehrt. Wenn HIV nicht entdeckt wird, kann man an Aids erkranken. Wenn man nicht behandelt wird, kann man an Aids sterben. Zum Glück ist es einfach, sich und andere vor einer Ansteckung mit HIV zu schützen – z.B. mit Kondomen.

Wenn man HIV hat, kann man Medikamente nehmen. Damit ist ein gutes und langes Leben möglich. Mit HIV kann man auch gesunde Kinder bekommen, wenn man Medikamente nimmt.

Was ist HIV und was ist AIDS?

HIV ist ein Virus. Es schwächt das Immunsystem, mit dem der Körper Krankheiten abwehrt. Wenn man sich angesteckt hat und nicht rechtzeitig Medikamente nimmt, kann man die lebensgefährliche Krankheit Aids bekommen.

Wie kann man sich und andere vor HIV schützen?

  • Beim Vaginal- und Analverkehr Kondome benutzen. Kondome schützen vor HIV und und reduzieren das Risiko für die meisten anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Kondome (LINK) bekommt man zum Beispiel in Supermärkten, Apotheken, Drogeriemärkten und in manchen Tankstellen.
  • Darauf achten, dass kein Blut und Sperma in den Mund oder in den Körper kommt.
  • Schwangere Frauen mit HIV können eine Übertragung auf das Baby vermeiden, indem sie Medikamente gegen HIV einnehmen, sich bei der Geburt von HIV-Spezialisten betreuen lassen und aufs Stillen verzichten. In Deutschland wird allen schwangeren Frauen ein HIV-Test angeboten.
  • Falls du Drogen konsumierst: Beim Spritzen von Drogen nur eigene Spritzen und Nadeln verwenden und gebrauchte Spritzen nicht weitergeben. Neue Spritzen bekommt man zum Beispiel in Apotheken und bei Drogenhilfen.
  • Schutz durch Therapie: Wenn eine HIV-positive Person seit mindestens 6 Monaten Medikamente nimmt und diese erfolgreich wirken, dann sind in den Körperflüssigkeiten keine HIV-Viren mehr nachweisbar. In diesem Fall kann HIV nicht mehr übertragen werden, auch nicht beim Sex ohne Kondom. Dafür müssen jedoch die Medikamente ganz regelmäßig eingenommen werden und es muss regelmäßig bei einem Arzt geprüft werden, ob die Medikamente erfolgreich wirken. Außerdem ist es wichtig, dass der Partner / die Partnerin einwilligt, auf das Kondom zu verzichten
  • PrEP (“Prä-Expositions-Prophylaxe”): Mit der PrEP kann eine HIV-negative Person ein Medikament einnehmen, das vor HIV schützt. Das Medikament muss ein Arzt verschreiben und man muss es selbst bezahlen.

Kann man sich im Alltag mit HIV anstecken?

HIV ist schwer übertragbar. Im Alltag besteht daher keine Ansteckungsgefahr. Man kann unbesorgt mit anderen Menschen zusammenwohnen und zusammenarbeiten, ihnen die Hand geben, sie umarmen und küssen, die gleichen Toiletten, Bäder und Saunen benutzen, vom selben Teller essen, aus demselben Glas trinken und dasselbe Besteck verwenden.

HIV wird nicht durch die Luft, durch Speichel, Tränen, Schweiß, Urin (Pipi), Kot (Kacke) und nicht durch Insektenstiche übertragen.

Wie kann man feststellen, ob man sich angesteckt hat?

Ob jemand HIV-positiv ist, kann man ihm meistens nicht ansehen. Nach einer Ansteckung kann es einem nämlich noch viele Jahre gut gehen, obwohl das Abwehrsystem des Körpers durch das Virus immer schwächer wird. Feststellen kann man eine HIV-Infektion nur mit einem HIV-Test.

Warum kann ein HIV-Test sinnvoll sein?

Jeder Mensch muss selbst entscheiden, ob er einen HIV-Test machen lassen möchte. Es gibt aber viele gute Gründe dafür, zum Beispiel:

  • Wenn der Test ergibt, dass keine HIV-Infektion vorliegt, kann man dafür sorgen, dass man sich auch in Zukunft nicht ansteckt.
  • Wenn man von seiner Infektion weiß, steckt man andere nicht ungewollt an, sondern kann sie schützen.
  • Wenn eine HIV-Infektion festgestellt wird, kann man mit seinem Arzt über eine Therapie sprechen. Je früher man mit einer Behandlung anfängt, desto besser, denn so vermeidet man, dass man die lebensgefährliche Krankheit Aids bekommt.
  • Wichtig ist ein HIV-Test auch dann, wenn man eine Schwangerschaft plant oder schwanger ist. Wenn eine HIV-Infektion festgestellt wird, kann man durch bestimmte Maßnahmen verhindern, dass HIV von der Mutter auf das Kind übertragen wird.

 

HIV-Test: Wo und wie?

Am besten macht man einen HIV-Test beim Gesundheitsamt, das gibt es in jeder größeren Stadt. Man muss dort seinen Namen nicht nennen, und der Test ist kostenlos oder kostet nur wenig (meistens 10 bis 15 Euro). Man kann auch zu einem Arzt oder einer Ärztin gehen, aber dort muss man seinen Namen angeben. Außerdem wird das Ergebnis in eine Akte eingetragen.

Bevor man einen Test macht, sollte man sich ausführlich beraten lassen, zum Beispiel in einer Aidshilfe. Für den Test wird eine kleine Menge Blut abgenommen und im Labor untersucht. Nach einigen Tagen kann man sich das Ergebnis persönlich abholen. Bei manchen Tests („Schnelltests“) bekommt man das Ergebnis schon nach etwa 30 Minuten.

Was bedeutet das Ergebnis?

Wenn der HIV-Test „negativ“ ausfällt, liegt keine HIV-Infektion vor.

„HIV-Test positiv“ bedeutet, dass man sich angesteckt hat. Das heißt aber nicht, dass man Aids hat oder bekommt. Man geht dann am besten zu einem HIV-Arzt und bespricht mit ihm, was man für seine Gesundheit tun kann, ab wann man Medikamente gegen HIV nimmt und wie man andere vor einer Ansteckung schützt. Adressen von solchen HIV-Ärzten bekommt man bei den Aidshilfen. Wenn man keine Krankenversicherung hat, sollte man mit dem Gesundheitsamt sprechen. Übrigens: Eine HIV-Infektion ändert nichts am Aufenthaltsstatus: Man muss deshalb nicht aus Deutschland ausreisen.

HIV-positiv und allein?

Es ist oft schwierig, allein mit dem positiven Testergebnis klarzukommen. Viele Menschen mit HIV möchten mehr über die Infektion erfahren und mit anderen HIV-Positiven Erfahrungen austauschen. Eine Möglichkeit dazu bieten zum Beispiel Positiventreffen, bei denen man in familiärer Atmosphäre mit anderen Positiven sprechen kann. In vielen Städten gibt es außerdem Selbsthilfegruppen. Informationen dazu bekommt man bei den Aidshilfen.

HIV und Schwangerschaft

Auch wenn du HIV-positiv bist, kannst du gesunde Babys bekommen. Dafür ist es jedoch wichtig, dass du Medikamente gegen HIV nimmst. Die Medikamente sorgen dafür, dass das Virus nicht auf das Baby übertragen werden kann.

Wenn du also eine Schwangerschaft planst oder du bist schwanger und du bist dir unsicher, ob du HIV haben könntest, dann lass dich testen! Je früher desto besser!

Alle Frauen mit HIV sollten sich von HIV-Ärzten betreuen lassen. Diese helfen auch dabei Hebammen, Gynäkologen und Entbindungskliniken zu finden. Es wird empfohlen, das Baby nach der Geburt mit der Flasche zu füttern.

Tipp:

Nach dem Asylbewerberleistungsgesetz hat man Anspruch auf eine HIV-Therapie. Bei Problemen mit dem Sozialamt sollte man sich bei einer Aidshilfe beraten lassen.

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