Deine Rechte

Medizinische Versorgung für Asylbewerber, Ausreisepflichtige und Geduldete

Wenn du Asylbewerber bist oder nur eine Duldung oder Grenzübertrittsbescheinigung hast, darfst du häufig nicht arbeiten und bist dann nicht gesetzlich versichert. Deine medizinische Versorgung wird dann vom Staat bezahlt.

Nach dem „Asylbewerberleistungsgesetz“ hast du Anspruch auf die Behandlung von akuten Krankheiten und Schmerzen und auf alle Untersuchungen und Behandlungen rund um Schwangerschaft und Geburt.

In einigen Bundesländern muss man sich vorher einen begrenzt gültigen Behandlungsschein besorgen, in anderen Bundesländern bekommt man eine Versichertenkarte von einer Krankenkasse, mit der man direkt zu einem Arzt oder einer Ärztin gehen kann.

Nach 15 Monaten meldet dich das Sozialamt bei einer Krankenversicherung an. Du bekommst dann eine Krankenversicherungskarte, mit der du direkt zum Arzt gehen kannst. Und du hast dann Anspruch auf die normale medizinische Versorgung.

Medizinische Versorgung für Menschen ohne Papiere

Wenn du ohne Aufenthaltstitel in Deutschland lebst, kannst du dich nicht bei einer Krankenkasse versichern. Unter bestimmten Voraussetzungen bekommst du aber Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (siehe oben) – lass dich am besten beraten.

Bei Organisationen wie der Malteser Migranten Medizin oder dem MediBüro gibt es Ärzte, die dich anonym (du musst deinen Namen nicht nennen) und kostenlos behandeln, wenn du plötzlich krank wirst, dich verletzt hast oder wenn du schwanger bist.

Bei einem Notfall solltest du dich aber sofort ins Krankenhaus bringen lassen. In der Notaufnahme muss man dir auch dann helfen, wenn du nicht versichert bist und die Behandlung nicht bezahlen kannst.

Wenn du chronisch krank bist, ist es nicht einfach, eine dauerhafte ärztliche Behandlung und Medikamente zu bekommen. Außerdem müsstest du diese selbst bezahlen. Vor allem bei schweren Krankheiten wie zum Beispiel HIV ist das sehr teuer. Wenn du in dieser Situation bist, lass dich von einer Migrantenorganisation beraten.
Auch Gesundheitsämter und Aidshilfen können helfen.

Wenn du schwanger bist und keine Krankenversicherung hast, kannst du dich auch in einem staatlichen Gesundheitsamt untersuchen lassen. Außerdem hast du mindestens sechs Wochen vor und bis acht Wochen nach der Geburt Abschiebungsschutz, in manchen Bundesländern sogar 3 Monate vor bis 3 Monate nach der Geburt. Du kannst dann eine Duldung und Leistungen nach dem „Asylbewerberleistungsgesetz“ bekommen. Auch hier hilft eine Beratungsstelle weiter.

Anonyme und kostenlose Behandlung und Beratung

In 36 Städten in Deutschland gibt es Gruppen, bei denen Migrantinnen/Migranten und Flüchtlinge eine kostenlose und anonyme Behandlung von einer Ärztin oder einem Arzt bekommen. Eine Liste dieser Gruppen findet man unter http://medibueros.m-bient.com/Standorte.

Auch bei der Malteser Migranten Medizin bekommen Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus und ohne Papiere anonyme und kostenlose Behandlung von einer Ärztin oder einem Arzt. Anlaufstellen gibt es in über 10 Städten. Die Adressen bekommt man unter https://www.malteser.de/menschen-ohne-krankenversicherung/unsere-standorte.html.

 

Bei weiteren Fragen:
www.zanzu.de