Health care system in Germany

Das Gesundheitssystem in Deutschland

In Deutschland gibt es ein gutes Gesundheitssystem. Und du hast ein Recht auf medizinische Behandlung. Der Umfang kann aber unterschiedlich sein, je nachdem welchen Aufenthaltsstatus du hast.

Um zu einem Arzt zu gehen, brauchst du eine Krankenversicherungskarte oder einen Behandlungsschein vom Sozialamt. Ob du eine Krankenversicherung bekommst oder einen Behandlungsschein brauchst, hängt von deinem Aufenthaltsstatus ab. Mehr Infos dazu findest du unter ‘Deine Rechte’.

Generell gilt in Deutschland:
Die Ärzte haben Schweigepflicht. Das bedeutet, dass sie nicht weitererzählen dürfen, was du ihnen sagst. Gesundheitsämter oder Beratungsstellen helfen dir auch, wenn du deinen Namen nicht nennen möchtest oder wenn du kostenlose Behandlung brauchst.

Arzt: Wenn du krank bist

Wenn du krank bist, gehst du am besten zu einem Arzt für Allgemeinmedizin. Falls du einen Spezialisten brauchst, zum Beispiel einen Hautarzt oder eine Frauenärztin, gibt der Arzt dir eine Überweisung.

Am besten rufst du vorher in der Praxis an, um einen Termin zu bekommen. Bei akuten Schmerzen oder Problemen kannst du auch ohne Termin zum Arzt gehen. Falls du kaum Deutsch sprichst, nimm am besten jemanden mit, der übersetzen kann.

Krankenhaus: für Notfälle

Normalerweise entscheidet dein Arzt, ob du ins Krankenhaus musst (zum Beispiel für eine Operation) und gibt dir einen Einweisungsschein. Wenn du dann in die Klinik gehst, brauchst du deine Krankenversichertenkarte, den Einweisungsschein und deinen Personalausweis oder Pass.

Krankenhäuser sind außerdem für die Behandlung von Notfällen da. Du kannst auch zur Notaufnahme eines Krankenhauses gehen, wenn du plötzlich schwer krank wirst und keine Arztpraxis geöffnet hat (zum Beispiel abends oder am Wochenende). In der Notaufnahme muss man dir auch dann helfen, wenn du keine Krankenversicherung hast.

Apotheke: Hier kannst du Medikamente und Kondome kaufen.

Medikamente bekommt man in Deutschland in Apotheken. Sie haben meistens ein großes rotes A über der Tür oder im Fenster. Der Apotheker kann dich bei vielen leichten Beschwerden beraten und dir dann ein Medikament empfehlen. Aber: Für manche Medikamente braucht man ein Rezept vom Arzt. Die Krankenversicherung zahlt diese Medikamente. Medikamente ohne Verschreibung muss man selbst bezahlen.

Tipp: Nachts und am Wochenende hat immer eine Apotheke in der Stadt oder in der Gegend Notdienst – die Adresse steht meistens an der Tür der Apotheke.

Gesundheitsamt: wenn du keine Krankenversicherung hast

In vielen Städten gibt es Gesundheitsämter (manchmal haben sie einen anderen Namen, zum Beispiel „Fachdienst Gesundheit“).

Wenn du keine Krankenversicherung hast, kannst du mit dem Gesundheitsamt sprechen, um Hilfe zu bekommen. Dort musst du deinen Namen nicht nennen, und die Mitarbeiter haben Schweigepflicht (sie dürfen nicht weitererzählen, was du ihnen sagst).

In vielen Gesundheitsämtern bekommst du auch Impfungen und Schwangerschaftsuntersuchungen und kannst dich auf HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten testen lassen. Der HIV- Test ist entweder kostenlos oder kostet zwischen 10 und 15 Euro.

Tipp: In vielen Gesundheitsämtern gibt es Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die außer Deutsch noch andere Sprachen sprechen.

Aidshilfe: Informationen und Hilfe zu HIV und HIV-Tests

Wenn du dich über HIV informieren möchtest oder HIV-infiziert bist, kannst du zu einer Aidshilfe oder Aidsberatungsstelle in deiner Nähe gehen oder dort anrufen.

Aidshilfen gibt es in allen großen und auch in vielen kleineren Städten. Aidshilfen sind keine staatlichen Organisationen. Sie helfen auch bei der Suche nach einem Arzt, einer Selbsthilfegruppe oder nach Organisationen, die Menschen ohne Papiere unterstützen. Auch in Aidshilfen musst du deinen Namen nicht nennen, und die Beraterinnen und Berater sind zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Tipp: In einigen Aidshilfen gibt es Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die außer Deutsch noch andere Sprachen sprechen.

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